Apple öffnet das iPhone in der EU ein Stück weiter für Zubehör anderer Hersteller. Mit iOS 26.5 sollen Drittanbieter-Wearables unter anderem leichter gekoppelt werden können, Benachrichtigungen vom iPhone anzeigen und Live-Aktivitäten darstellen.
- iOS 26.5 bringt in der EU neue Funktionen für Drittanbieter-Zubehör.
- Kopfhörer anderer Hersteller können AirPods-ähnliches Schnellkoppeln unterstützen.
- Smartwatches von Drittanbietern können iPhone-Benachrichtigungen empfangen und interaktiv anzeigen.
- Live-Aktivitäten lassen sich künftig ebenfalls auf kompatibles Zubehör weiterleiten.
- Die Funktionen gelten nur in der EU und benötigen Unterstützung durch die Zubehörhersteller.
Die Änderungen stehen im Zusammenhang mit den Vorgaben des Digital Markets Act der EU. Apple muss bestimmte Plattformfunktionen stärker für andere Anbieter zugänglich machen. Für iPhone-Nutzerinnen und -Nutzer in der EU bedeutet das: Zubehör außerhalb des Apple-Ökosystems kann künftig enger mit iOS zusammenarbeiten – sofern die jeweiligen Hersteller die neuen Schnittstellen unterstützen.
Der Digital Markets Act ist ein EU-Gesetz für große digitale Plattformen. Es soll verhindern, dass marktmächtige Anbieter ihre eigenen Dienste und Geräte bevorzugen. Für Apple bedeutet das unter anderem, dass bestimmte iPhone-Funktionen in der EU stärker für andere Hersteller geöffnet werden müssen.
AirPods-ähnliches Koppeln für andere Kopfhörer
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das Koppeln von Zubehör. Drittanbieter-Ohrhörer können demnach eine Annäherungserkennung nutzen, die an das bekannte AirPods-Verhalten erinnert. Werden kompatible Kopfhörer in die Nähe eines iPhones gebracht, kann der Kopplungsprozess über einen einfachen Dialog angestoßen werden.
Bislang mussten viele Bluetooth-Geräte klassisch über die Einstellungen verbunden werden. Die neue Funktion dürfte den Einstieg für Nutzer vereinfachen, hängt aber davon ab, ob die Hersteller ihre Produkte entsprechend anpassen.
Benachrichtigungen auf Smartwatches anderer Hersteller
Auch bei iPhone-Benachrichtigungen ändert sich etwas. Drittanbieter-Zubehör wie Smartwatches kann künftig Benachrichtigungen vom iPhone empfangen. Nutzer sollen diese nicht nur sehen, sondern auch damit interagieren können.
Das ist ein relevanter Unterschied zur bisherigen Einschränkung: Interaktive iPhone-Benachrichtigungen waren bislang eng an die Apple Watch gebunden. Andere Wearables konnten häufig nur eingeschränkt oder rein lesend mit Mitteilungen umgehen.
Eine Einschränkung bleibt jedoch bestehen. Benachrichtigungen können jeweils nur an ein verbundenes Gerät weitergeleitet werden. Wird die Weiterleitung für ein Drittanbieter-Wearable aktiviert, werden die Benachrichtigungen auf der Apple Watch deaktiviert.
Live-Aktivitäten kommen auf Drittanbieter-Zubehör
Zusätzlich können Live-Aktivitäten vom iPhone auf Zubehör anderer Hersteller erscheinen. Das betrifft etwa laufende Sportstände, Lieferstatus, Timer oder andere dynamische Informationen, die iOS normalerweise auf dem Sperrbildschirm oder der Apple Watch anzeigt.
Apple hat seine Entwicklervereinbarung dafür angepasst. Darin werden Regeln für den Umgang mit weitergeleiteten Benachrichtigungen und Live-Aktivitäten festgelegt. Die Daten dürfen demnach nicht für Werbung, Profilbildung, Modelltraining oder Standortüberwachung verwendet werden. Außerdem sollen weitergeleitete Informationen nicht an andere Apps oder Geräte weitergegeben werden.
Nur für EU-Nutzer mit passendem Apple-Account
Die neuen Funktionen sind auf iPhone-Nutzer in der Europäischen Union beschränkt. Zusätzlich muss der verwendete Apple-Account auf ein EU-Land oder eine EU-Region eingestellt sein.
Für Nutzer außerhalb der EU ändert sich damit vorerst nichts. Auch innerhalb der EU werden die Funktionen nicht automatisch mit jedem Zubehör funktionieren. Hersteller von Kopfhörern, Smartwatches und anderem Zubehör müssen die neuen Möglichkeiten erst in ihren Produkten und Apps unterstützen.
Für Apple ist die Öffnung weniger eine freiwillige Plattformstrategie als eine Reaktion auf regulatorische Vorgaben. Für Nutzer kann sie dennoch praktisch sein – besonders dann, wenn sie ein iPhone verwenden, aber bei Kopfhörern oder Smartwatches nicht vollständig im Apple-Ökosystem bleiben möchten.

Während in den Medien vor allem das einfache Koppeln vermisst (oder dessen Nachreichung jetzt gefeiert) wird, ist das für mich von den drei Funktionen das langweiligste. Klar: Das automatische Koppeln ist bequem und nett anzusehen. Aber ehrlich – wie oft macht man das schon?
Da finde ich die Benachrichtigungen deutlich interessanter. Denn das ist tatsächlich auch für mich eines der Killerfeatures der Apple Watch.








